Nov 11 2015

Testbericht mamalila Softshell-Tragejacke, Trenchcoat und Tragemantel

Veröffentlicht von um 23:22 unter Tragen

Ja ihr habt richtig gelesen, ich nenne tatsächlich drei mamalila-Tragejacken mein Eigen und möchte euch deshalb von meinen Erfahrungen berichten. Um genauer zu sein, besitze ich inzwischen nur noch zwei Tragejacken der Firma, da eine kürzlich weiterziehen musste. Heute erfahrt ihr also, welche der Jacken sich so richtig lohnt, wo mamalila aus meiner Sicht noch nachbessern dürfte und welche Jacke mich leider nicht überzeugt hat.

Zunächst einmal muss ich sagen, das Angebot der Tragejacken hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gebessert. Bei der Maus damals hatte ich die Suses Kinder Tragejacke. Für ihre Zeit ok, aber aus heutiger Sicht eher eine Notlösung. Sämtliche mamalila-Jacken sind der damaligen Tragejacke in Bezug auf Verarbeitung, Optik und Handhabung weit überlegen und es gibt mittlerweile noch weitere Marken, die in diesen Punkten überzeugen. Wer ausschließlich vorne trägt, dürfte sich auch über die praktische kumja-Jackenerweiterung freuen. Für mich als passionierte Rückenträgerin kam diese jedoch nicht in Frage.

Bereits in der Schwangerschaft kaufte ich mir daher den mamalila Trenchcoat. Vom Prinzip her ähnelt er der Jacke von Suses Kinder: Eine wasserdichte Außenschicht und ein kuscheliges Innenfutter, die man einzeln oder in Kombination tragen kann. Gerade der äußere Mantel sieht schick aus und ist absolut bürotauglich – zumindest ohne Kind. Mit Kind saß er bei mir leider eher sackartig.

Die Außenjacke schützt gut vor Wind und Wetter und ist gemeinsam mit dem Innenfutter auch schön warm. Für Minusgrade nicht unbedingt ausreichend, aber für herbstliche Temperaturen eine passende Jacke. Das Innenfutter alleine stand mir leider überhaupt nicht, so dass ich bei wärmerem und trockenem Wetter tatsächlich lieber das Innenfutter der guten alten Suses Kinder Jacke getragen habe.

Die beiden Jackenteile werden mit Druckknöpfen zusammengehalten. Leider ist es mir nach dem ersten Trennen nicht gelungen, sie wieder original zusammenzusetzen (zumindest saß es in allen getesteten Varianten nicht so richtig gut, deshalb nehme ich an, dass irgendwo noch der Wurm drin war – eine Anleitung wurde leider nicht mitgeliefert). Ohnehin verhinderte das umständliche Geknöpfe einen raschen Wechsel zwischen dicker und dünner Variante und hat mich einige Nerven gekostet. Auch der Wechsel des Einsatzes zwischen vorne und hinten wird über Knöpfe gelöst. Das passt zwar zum Look des Trenchcoats, hält aber ebenfalls unnötig auf. Zudem lässt sich die Größe des Kopfloches für das Kind längst nicht so flexibel bestimmen wie mit einem Reißverschluss.

Ihr ahnt es sicher schon – den Trenchcoat fand ich an vielen Stellen unnötig kompliziert. Ich hätte eine Anleitung gebraucht, um alle Knöpfe richtig zu nutzen, und auch wenn er eigentlich sehr schick war, saß der Trenchcoat bei mir einfach nicht so richtig gut. Ich bin wohl eher der sportliche Typ… Der Trenchcoat hat meinen Haushalt also kürzlich wieder verlassen und ich habe ihm noch keine Träne nachgeweint.

Im Winter fiel mir der mamalila Kapuzenmantel aus Wollwalk in die Hände und ich liebe ihn! Dank Reißverschluss kann ich den Einsatz in sekundenschnelle vorne oder hinten einzippen, der Mantel sitzt mit und ohne Kind traumhaft gut, er hält richtig schön warm und sieht toll aus. Doch auch hier habe ich zwei Kleinigkeiten zu meckern: Es gibt ein Band, um die eingerollte Kapuze zu fixieren, wenn man das Kind auf dem Rücken trägt. Das ist ein sinnvoller Gedanke. Jedoch fehlte bereits ab dem ersten Tag der Knopf, um besagtes Band zu befestigen. Auch bei einer Freundin, die den gleichen Mantel besitzt, fiel der Knopf innerhalb kürzester Zeit ab. Warum kann man die Kapuze nicht einfach komplett per Reißverschluss abnehmen? Das erscheint mir sinnvoller.

Wenn das Kind schläft, hat man wie bei jeder Tragejacke Schwierigkeiten, den Kopf zu fixieren. Zwar gibt es die Möglichkeit, den Kopf mit Hilfe von zwei Zugbändern sowie seitlich jeweils zwei Knöpfen im Jackeneinsatz  zu stützen, wenn das Kind dafür aber zu hoch sitzt oder auf dem Rücken getragen wird, sind diese Möglichkeiten nutzlos. Wie schon damals bei der Suses Kinder Tragejacke frage ich mich, warum die Hersteller nicht einfach eine Kopfstütze einbauen. So viele Tragejacken (diese hier allerdings nicht) haben eine völlig unsinnige Kapuze für die Kinder, die praktisch nie passt und offenbar nur zur Deko gedacht ist. Warum nicht stattdessen eine Kopfstütze, die sich natürlich auch dann bedienen lässt, wenn das Kind auf den Rücken gebunden ist? Ich helfe mir aktuell mit einem Schal oder Halstuch aus, das ich um den Kopf des Hasen lege und dann vorne vor der Brust verknote, wenn er mir mal wieder auf dem Rücken einschläft. Eine Kopfstütze an der Jacke würde mein Leben als Tragemama wesentlich vereinfachen!

Der gleiche Kritikpunkt gilt auch für die mamalila Softshelljacke – das ist dann hier aber auch wirklich der einzige. Die Jacke sitzt gut und sportlich, auch hier lässt sich der Einsatz schnell per Reißverschluss ein- und auszippen, die Kapuze lässt sich abnehmen. Eine Kopfstütze würde die Softshelljacke aus meiner Sicht tatsächlich zur perfekten Frühlings-Tragejacke machen, doch auch so ist sie schon sehr überzeugend.

Mein Fazit: mamalila bietet gut durchdachte Tragejacken für jeden Bedarf an. Mit der Kombination aus Mantel und Softshelljacke komme ich sehr gut über das Jahr, denn mit entsprechend dickem Pulli kann man die Softshelljacke auch bei kühleren Temperaturen noch gut tragen. Diese Kombination liegt mir auf jeden Fall mehr als 3-in-1-Jacken wie der Trenchcoat. Fest steht auch: Nie wieder eine Jacke mit so vielen Knöpfen. So oft, wie es mit Kindern schnell gehen muss, ist das einfach extrem unpraktisch. Und solange ich immer einen Schal dabei habe, komme ich auch ohne die Kopfstütze klar. Aber vielleicht nehmen sich die mamalila-Entwickler meine Idee ja eines Tages zu Herzen… Ich würde mich sehr freuen!

Bisher 2 Kommentare

2 Kommentare to “Testbericht mamalila Softshell-Tragejacke, Trenchcoat und Tragemantel”

  1. Rose sagt:

    Ich habe meinen Sohn auch immer sehr gerne im BabyBjörn getragen. Ich konnte jedoch nie verstehen, warum man das Kind auf den Rücken bindet? Das soll keine Kritik sein, sondern eine ehrliche Frage. Ist das Kind auf dem Rücken, habe ich zwar Körperkontakt, aber ich kann das Kind nicht sehen. Wenn es anfängt zu weinen o.ä. komme ich auch nicht an das Kind heran und ich muss erst das Tuch / den BabyBjörn lösen. Ausserdem sieht das Kind nur meinen Rücken oder schaut von mir weg. Das ist mir irgendwie unsympathisch… Warum trägst du dein Kind so gerne auf dem Rücken?

    Ich freue mich auf deine Antwort und bin sehr gespannt =)
    Beste Grüsse

  2. Anna sagt:

    Hallo Rose,

    das Kind auf dem Rücken zu tragen ist unglaublich praktisch, da man so beide Hände frei hat. So genießt das Kind meine Nähe, während ich z.B. den Haushalt mache, mich um das große Geschwisterkind kümmere usw. Gleichzeitig ist es sehr viel rückenschonender für denjenigen, der das Kind trägt. Vielleicht war dein Sohn ein Leichtgewicht – meine Kinder sind es nicht und wenn ich auf dem Rücken trage, kann ich dies wesentlich länger und bei sehr viel mehr Gelegenheiten tun, als wenn ich mein Kind ausschließlich vorne trage (was nicht heißt, dass ich meinen Sohn nicht auch heute noch bei Bedarf für kurze Zeiträume vorne trage) 🙂
    Meine Kinder haben den guten Überblick immer genossen, den sie „da oben“ hatten/haben und die Kontaktaufnahme hat auch so immer gut funktioniert. Mittlerweile kann man sogar kleine „Rückspiegel“ kaufen, die man an die Trage hängen kann 😉 Natürlich hole ich meinen Sohn herunter wenn er weint, aber dank jahrelanger Übung geht das ziemlich fix und genauso schnell ist er wieder oben bzw. bei Bedarf nach vorne gewechselt.
    Schön, dass du deinen Sohn auch so gerne getragen hast! Falls es nochmal Nachwuchs gibt, empfehle ich dir eine Trageberatung. Es gibt auf dem Markt mittlerweile viele tolle Tragen, die für dein Kind wesentlich bequemer sind als der Baby Björn (kurz zusammengefasst: Der BB unterstützt leider nicht die Anhock-Spreiz-Stellung, die zum einen für die Hüfte, zum anderen für den Rücken des Kindes wichtig sind. Zudem lastet durch den schmalen Steg das gesamte Gewicht auf dem Schambereich des Kindes).

    LG
    Anna

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